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Mittwoch, 9. August 2017

Meine größte Fehlerbremse im Alltag – die Checkliste

Vor einigen Tagen fand einmal wieder die turnusmäßige Wartung unseres Airline-Simulators statt.



Nicht nur die Wartung erfolgt nach einer sorgfältig ausgearbeiteten Checkliste, auch die darauffolgenden Tests führen wir nach festgelegten Standard Operational Procedures (SOPs) mit Checklisten aus.
Diese Überprüfung enthält alle für unsere Trainings genutzten Elemente und sichert eine sehr hohe Qualität und Betriebssicherheit im Simulator.
Die Einsatzbereitschaft des Simulators beträgt nahezu 100 %!
Sowohl die SOPs als auch die Tests nach den dafür ausgearbeiteten Checklisten passen wir ständig den Veränderungen und Entwicklungen an.

Wie im Standardwerk für das Crew Resource Management (CRM)
„Crew Resource Management, Kanki, Helmreich und Anca, 2010“
nachzulesen, wurden über 30 % der Flugzeugunfälle wegen menschlichen Versagens durch Nichteinhalten von SOPs und den dazugehörigen Checklisten ausgelöst.

Das Einhalten von Checklisten erfordert nicht nur Disziplin, sondern vor allem Einsicht.
Und hier beginnt häufig das Übel. Sofern Checklisten und die dazugehörigen SOPs in Unternehmen überhaupt existieren, werden sie häufig am grünen Tisch, ohne die Beteiligten entworfen.
Eventuelle Verbesserungsvorschläge und Kritik an deren Sinnhaftigkeit verhallen nicht selten im Raume.
Auch fehlt oft ein System, vorhandene Checklisten und Verfahren wiederkehrend zu überprüfen und gegebenenfalls zu korrigieren.


Die Verkehrsluftfahrt und deren Sicherheit lebt zum großen Teil von ständig auf dem Laufenden gehaltenen SOPs und Checklisten.
Sie sind auch schon immer fester Bestandteil des Crew-Resource-Managements (CRM).

Nur durch häufiges Training und ständiges Feedback durch den Nutzer wird das Einhalten von Checklisten im operativen Flugbetrieb gesichert.
Als eine weitere, häufige Ursache für das Missachten von Checklisten hat sich das Einschleichen von allzuviel Routine herausgestellt.


Auch das kann man nur durch regelmäßiges Trainieren und Bewusstmachen der entsprechenden Situationen gewährleisten – auch eine wichtige Erkenntnis in der Forschung zum Crew-Resource-Management.
Es waren immer wieder erfahrene Crews, die Flugzeuge in Routinesituationen, nur teils unter Stress, abstürzen ließen. Die Ursache war fast immer das unnötige Verlassen der SOPs. Die Cockpitbesatzung vergaß oft nur einen Punkt in der Checkliste. Die Konsequenz: viele Menschen starben.
Mit dem CRM nahmen diese Fehler drastisch ab.

Durch die Einführung von Standardverfahren und Checklisten nach oben beschriebenem Vorbild habe ich in Unternehmen in meist kurzer Zeit die Fehlerquoten um bis zu 50 % senken können.

Sonntag, 26. März 2017

Das Dreieck "Standardisierung-Digitalisierung-Mensch" im CRM ist ein Leistungs-Booster

Im ersten Video über das Thema "Entscheiden" habe ich Ihnen das Entscheidungsfindungs-Modell FOR-DEC aus der Luftfahrt vorgestellt.

Es kommt immer dann zum Einsatz, wenn in einem Prozess Entscheidungen zu treffen sind, die nicht in einem Standard beschrieben sind (z.B. Checkliste).
Es funktioniert auch unter Zeitdruck sehr gut.

Wie gut und stressmindernd, vor allem in komplexen Abläufen, die Standardisierung eines Prozesses wirkt, zeige ich Ihnen hier live im 2. Teil zum Thema "Entscheiden".

Ich spreche mit Ihnen über das Thema und lande nebenbei den Airbus in Stuttgart, ohne Copiloten.
Diese freien Kapazitäten im Gehirn hätte ich nicht, wenn hier nicht das Dreieck "Standardisierung-Digitalisierung-Mensch" in Verbindung mit dem Arbeitsmodell
Crew-Resource-Management (CRM) nahezu perfekt funktionieren würde.



Sie sehen, diesen Weg in Richtung Prozess-Standards zu gehen lohnt sich. Setzen auch Sie Gehirnkapazitäten für Innovationen, Kreativität und vor allem für die Führung Ihrer Mitarbeiter frei.
Oder Sie fahren mal ganz einfach Ihre Überlast runter und reduzieren Ihren Stress.