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Donnerstag, 22. November 2018

Goldene Regeln der Kommunikation – Best Practice im Cockpit

Sie haben in meinen Beiträgen schon viel über das weltweit erfolgreichste Führungs- und Arbeitsmodell gelesen: das Crew-Resource-Management (CRM) in der Verkehrsluftfahrt.

Immer wieder werde ich gefragt, was denn die Regeln aus dem Cockpit mit dem Alltag einer Führungskraft zu tun haben.

 Gerne berichte ich Ihnen dazu zwei Beispiele.




1. Beispiel: „Kartenspiel“

Nicht nur damals, in der Einführungsphase des CRM, widersprachen die einzuhaltenden Regeln dem, was viele von uns empfinden: Vorbehalte, mit Menschen zu sprechen, die sehr weit über oder unter uns in der Hierarchie stehen.

In BEIDE Richtungen sollte also reibungslos kommuniziert werden: Von oben nach unten UND von unten nach oben. Das ist das Ziel.

Besonders den „alten Hasen“ unter den Kapitänen fiel es schwer, die überkommenen hierarchischen Spielregeln hinter sich zu lassen. Und das, obwohl sie längst eingesehen hatten, wie vorteilhaft das CRM ist.



Was tut man in der Luftfahrt in solchen Fällen?


Man schafft Hilfen in Form von Checklisten und ähnliches. Diese führen schnell und prägnant durch neue oder von der eingefahrenen Routine abweichende Situationen.


So kamen Psychologen und Methodik-Spezialisten auf die Idee, die goldenen Regeln der Kommunikation aus dem CRM auf kleine, knapp postkartengroße Karten zu drucken.

Viele, vor allem US- Airlines bieten diese an, und auch ältere und hocherfahrene Kapitäne sind mit diesen Kärtchen unterwegs. Sie nennen das liebevoll ihr „CRM-Toolkit“.

Auf einer Karte mit der Überschrift „Effektive Kommunikation“ steht geschrieben (eigene Übersetzung):



  • Sei klar – vermeide unpräzise Begriffe
  • Sei direkt – vermeide Andeutungen
  • Sei prägnant – sag nur, was für diese Botschaft nötig ist
  • Sei rechtzeitig – spreche es an, wenn es die Situation erfordert


Eine andere wichtige Karte zur Stressvermeidung ist „Erkenne Warnzeichen”:



  • Nicht mehr reden
  • Nicht mehr zuhören
  • Hektik
  • Unsicherheit
  • Verwechslungen

2. Beispiel: „Zaubersatz“

Nun, diese Warnzeichen zu erkennen ist das eine. Das andere ist, zu wissen, wie man darauf reagiert.



In diesem Zusammenhang mir im CRM-Training dieser Zaubersatz eingeprägt worden:

„Was hielten Sie für angemessen?“ („What would you be comfortable with?“)



Und ich verwende diesen Satz seitdem reichlich und gerne bei sich nähernden Konflikten.



Hierzu erzähle ich Ihnen ein Beispiel aus dem selbst erlebten Crew-Alltag:



Vor einem Flug von Lanzarote nach Hamburg erwähnte der erste Offizier (F/O), dass er Bedenken wegen der knappen Kraftstoffreserve an Bord habe.

Der Kapitän war überzeugt, es sei mehr als genug davon in den Tanks.

Anstatt dem F/O über den Mund zu fahren: „Da fehlt Dir die Erfahrung, ich bin der Kapitän und ich sage Dir, es ist genug Sprit an Bord“, ging er auf ihn ein.

Gemeinsam besprachen sie die Möglichkeiten:
 „Wir können nicht mehr Sprit mitnehmen da wir sonst unser maximales Abfluggewicht überschreiten. “
„Eine Zwischenlandung – z. B. in Sevilla – würde mindestens eine Stunde Verspätung bedeuten und die Airline fast 10.000 € kosten – ganz zu schweigen von den verpassten Anschlüssen.“

Sie diskutierten wenige Minuten.

Schließlich fragt der Käpt’n: „Was hielten Sie für angemessen”?


Sie einigten sich darauf, öfter als vorgeschrieben den Kraftstoffverbrauch und die Wetterlage zu überprüfen und beim ersten Anzeichen von Spritmangel in Sevilla zwischenzulanden.

„Das ist prima“, freute sich der F/O. Der Kapitän hatte seine Bedenken ernst genommen. Er hat vermieden, den ganzen Flug in einer gespannten menschlichen Atmosphäre zu verbringen.

Das Team funktionierte so, wie es sollte, mit voller zwischenmenschlicher Leistungsfähigkeit.
Das ist, vor allem in einer Notsituation, überlebenswichtig im Cockpit.


Dabei hatte der Kapitän es noch einfach, denn der F/O zögerte nicht, seine Bedenken gegenüber dem ihm menschlich unbekannten und vorgesetzten Kapitän zu äußern.
Er war im CRM-Training als junger Flugzeugführer dafür ausgebildet worden.



Ich finde, es ist ein gutes Beispiel wie in einer Hierarchie auf Augenhöhe und wertschätzend miteinander gelebt und gearbeitet werden kann, egal ob im Cockpit, im Unternehmen, einer Bank oder in der Klinik.



Die Luftfahrt hat schon bewiesen, welche enormen Vorteile aus diesem Vorgehen erwachsen.
Und dieselben großen Potentiale kann jedes Unternehmen nutzen!

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Samstag, 16. Dezember 2017

5 Tipps für erfolgreiches und stressarmes Arbeiten unter Druck – aus dem Cockpit

Laut einer DAK Studie nehmen sich 59% aller Befragten für 2018 vor: Stress vermeiden und abbauen!

Da habe ich gleich 5 bewährte Tipps aus dem Cockpit, wie Ihnen das erfolgreich gelingt :)

Am Ende des Videos sehen Sie die 5 „behavioral markers“ für ein richtiges workload management und eine sichere situational awareness eingeblendet, die mich die Aufgabe erfolgreich und stressfrei abschließen lassen.


Sie haben sich bei mir auch als Manager in schwierigen und anspruchsvollen Situationen ausgezeichnet bewährt!

Sonntag, 26. März 2017

Das Dreieck "Standardisierung-Digitalisierung-Mensch" im CRM ist ein Leistungs-Booster

Im ersten Video über das Thema "Entscheiden" habe ich Ihnen das Entscheidungsfindungs-Modell FOR-DEC aus der Luftfahrt vorgestellt.

Es kommt immer dann zum Einsatz, wenn in einem Prozess Entscheidungen zu treffen sind, die nicht in einem Standard beschrieben sind (z.B. Checkliste).
Es funktioniert auch unter Zeitdruck sehr gut.

Wie gut und stressmindernd, vor allem in komplexen Abläufen, die Standardisierung eines Prozesses wirkt, zeige ich Ihnen hier live im 2. Teil zum Thema "Entscheiden".

Ich spreche mit Ihnen über das Thema und lande nebenbei den Airbus in Stuttgart, ohne Copiloten.
Diese freien Kapazitäten im Gehirn hätte ich nicht, wenn hier nicht das Dreieck "Standardisierung-Digitalisierung-Mensch" in Verbindung mit dem Arbeitsmodell
Crew-Resource-Management (CRM) nahezu perfekt funktionieren würde.



Sie sehen, diesen Weg in Richtung Prozess-Standards zu gehen lohnt sich. Setzen auch Sie Gehirnkapazitäten für Innovationen, Kreativität und vor allem für die Führung Ihrer Mitarbeiter frei.
Oder Sie fahren mal ganz einfach Ihre Überlast runter und reduzieren Ihren Stress.

Dienstag, 30. August 2016

Stress-Coaching im Airbus-Simulator – für Führungskräfte bis in höchste Ebenen

Es ist recht leicht, ein Flugzeug zu führen, wenn alle Bedingungen ideal sind. Das lernen Sie bei uns im Cockpit in wenigen Minuten.
Sie denken schnell, dass Sie Kapitän auf einem echten Flug sind. Sie fühlen sich entspannt und beherrschen die Situation.
Der Instruktor spielt eine kleine Veränderung ein – kein Problem für Sie. Dann mehr und immer mehr. Sie empfinden Stress. Sie denken nicht mehr daran, dass Sie „nur“ im Simulator sind. Der Stresspegel steigt. Sie greifen an den falschen Schalter.
Sie brauchen eine Pause. Gut. Die nutzen wir zur Reflexion.
Wir besprechen, wie solche Situationen gemeistert werden.


Nach und nach tut sich Ihnen das Geheimnis des CRM (Crew-Resource-Management) auf. Das ist der Schlüssel zur erfolgreichen Fliegerei, wie sie sich in den letzten Jahrzehnten entwickelte.
Immer wieder gehen wir in den Simulator und trainieren neue, immer komplexere Situationen. Dazwischen kommen wir auf vergleichbare Ereignisse im stressvollen Arbeitsalltag einer Führungskraft zu sprechen und zeigen Ihnen Lösungsmöglichkeiten.
Sie haben wirklich trainiert und nicht nur Theorien kennen gelernt. Sie werden sich gut daran erinnern. Auch im Stress! Deswegen profitieren Sie so nachhaltig von diesem Coaching.

Donnerstag, 21. April 2016

Entscheiden unter Druck und Stress (Management)

Zur Entscheidungsfindung unter Druck gesellt sich nicht selten Stress.

Hier ist neben einer wirksamen Stressvermeidung-Strategie auch Stressmanagement gefragt.

Denn, nicht jeder Stressfaktor lässt sich vermeiden, dennoch aber entschärfen.

Unter Stress werden 11-mal mehr Fehler gemacht als unter regulären Arbeitsbedingungen.

Mit dem Crew-Resource-Management (CRM) vermeiden Sie das wirksam.

Die Methoden und Werkzeuge des CRM lassen sich auch auf den Alltag einer Führungskraft im Unternehmen anwenden, egal in welcher Branche Sie arbeiten.

Know how und Trainieren ist auch hier die Erfolgsformel ;)

Zwei spannende, neue Videoclips zum Thema aus dem Cockpit


Teil 1


Teil 2