Regeln, definierte
Verhaltensmuster und Verfahren sind wesentliche Voraussetzungen für die Erfolgsgeschichte im
Crew-Resource-Management der Luftfahrt.
Man kann
Regeln jedoch auch destruktiv gestalten.
In Unternehmen werden oft die
falschen Dinge geregelt. Und es werden Regeln und Verfahren "top down" festgelegt, ohne die Betroffenen zu beteiligen. Das
führt zum Gegenteil des Erwünschten und zum Frust vieler Mitarbeiter. Oder, wie sagte mir vor wenigen Tagen ein leitender Qualitätsmanager, man verschlimmbessert so vorhandene Zustände.
Im Crew-Resource-Management habe ich gelernt, dass Verfahren und Regeln
sehr wertvoll sind und vor allem in
Stress-Situationen Fehler vermeiden helfen.
Sie müssen jedoch
ständig überprüft und an die Erfordernisse angepasst werden.
Ferner ist es erforderlich, erlernte Verhaltensweisen und Verfahren
immer wieder zu
trainieren.
In der Luftfahrt leistet das
Fehlermanagement verbunden mit dem
ASRS (Aviation Safety Reporting System) hervorragende Dienste.
Jeder sollte Regeln verstehen und als
nützlich empfinden. Und – es hängt von der Art der Organisation und ihrer Aufgaben ab, wie und in welchem Umfang sie sinnvoll ausgestaltet werden können.
Die
Fehlerforschung bestätigt, dass
mangelhafte Kommunikation und bewusste Regelverstöße, eingebettet in einer steilen, formalen
Führungskultur die Ursache für
fatale Fehlerketten sind. Entscheidungen im Team werden, mit einem
guten Regelwerk (z.B.
FORDEC), erheblich fehlerärmer getroffen als durch beispielsweise (emotionale) Bauchentscheidungen.
Ich empfehle zum dazu
Lektüre (Literaturliste als PDF) von James Reason, Amy C. Edmondson und Richard Hackman, alles weltweit anerkannte und vielfach ausgezeichnete Wissenschaftler mit langjährigem Praxisbezug in vielen Branchen.
Sie finden in den Bücher eine Vielzahl wissenschaftlich fundierter Studien, die diese Erkenntnisse bestätigen. Die entsprechenden
Abläufe im Gehirn lassen sich mittlerweile
neurowissenschaftlich nachweisen.